23. Mai 2018

Zählstelle zählt nicht mehr

Die Zählstelle an der König-Karls-Brücke ist schone eine Weile dunkel. Sie zeigt nicht nur den Stand der Radfahrenden nicht mehr an, sie zählt seit dem 15. Mai auch nicht mehr. 

So sieht es jedenfalls aus, wenn ich das hier anschaue. Null Fahrräder an der König-Karls-Brücke am 22. Mai. bei eco-public. Was der Link der Stadt Stuttgart immer noch  tapfer unter "Gestern" anzeigt, ist der Wert vom 15. Mai (Stand vom 22 Mai). Ich weiß, dass jemand der Stadt eine Gelbe Karte geschrieben hat.

Der König-Karls-Brücke dürften damit in der Gesamtjahresbilanz, wenn man den Tagesdurchschnitt zugrunde legt, bis gestern mindesten 15.000 Radler entgangen sein. Wahrscheinlich eher mehr, denn es waren schöne Tage und Wochenenden dabei, die viele Radfahrende auf die Straße gelockt haben.

22. Mai 2018

Frontal 21 guckt auf die Fahrradstadt Stuttgart

Wer nichts besseres vorhat, könnte heute Abend um 21 Uhr im ZDF Frontal 21 gucken. Es geht auch ums Radfahren

Die Redaktion hat sich gefragt, wieso es zum Beispiel in Stuttgart mit dem Radverkehr nicht so recht vorangeht, wo die Stadt doch "grün regiert" wird.  Im Lauf der Recherche wurde dem Reporter klar, dass es der Gemeinderat ist, der in Stuttgart über den Radverkehr entscheidet. Wir standen an der geplanten Hauptradroute 2 Wangen-Hedelfingen, und ich habe ihm erklärt, warum es die immer noch nicht gibt. Weil nämlich im zuständigen Ausschuss (UTA) für die Strecke entlang der Ulmer- und Hedelfinger Straße bisher zwar einmal eine Mehrheit zustande kam, die aber für eine neue Prüfung wieder gekippt wurde.

21. Mai 2018

Kluge Stadtplanung hilft

Blogger David Grünewald ist mit dem Fahrrad in Groningen gewesen und berichtet beeindruckt und begeistert. 

Eine kluge Stadtplanung entkrampft die Verkehrsverhältnisse und steigert den Fahrradanteil enorm. Es ist nicht so sehr die Frage, ob von vorn herein Platz für Radwege da ist, sondern, wie man den Platz unter den Verkehrsteilnehmer/innen verteilt. Wenn man sich Davids Fotos anschaut, sieht man, dass in Groningen die Verkehrswende gelungen ist. Viele Straßen für die Autos sind nicht mehr so breit, dafür haben Radler und Fußgänger mehr Platz bekommen. Radfahren ist nicht nur ziemlich sicher, sondern fühlt sich vor allem auch so an. Viel mehr will ich zu seinem Bericht nicht sagen, lest ihn am besten selbst.

19. Mai 2018

Es ist so verdammt leicht, Radwege zu sperren

Vier Spuren für Autos, aber der Radweg fällt der Baustelle zum Opfer. So geschehen auf der Gaisburger Brücke. 

Dort müssen Brückengeländer und Gehwege saniert werden. Das Ganze soll laut Baustellenkalender bis September dauern. Radfahrer und Fußgänger müssen die Gehwegseite wechseln. Das aber scheint derzeit für Radfahrende nicht so gut organisiert zu sein. Blogleser Taube (Name von mir geändert) hat einen verzweifelten Brief geschrieben. Die Gaisburger Brücke ist Teil seins täglichen Fahrrad-Pendler-Weg, der eine Stunde dauert. Er ist im Lauf der Woche, immer wieder auf eine andere Situation gestoßen (Fotoserie unten). Taube sah sich am dritten Tag sogar gezwungen, irgendwie, quasi querfeldein, über die Kreuzung zu fahren, weil er keinen Weg fand, sie als Radfahrer StVO-konform zu bewältigen. Hier sein Protokoll, immer aus Ost Richtung Cannstatt gesehen:

17. Mai 2018

Zu viel Verführung zum Gehwegradeln - Möhringen

In Möhringen am Freibad und an der Straße zum Fasanenhof ist das Radfahren neu organisiert worden. 

Es gibt eine schöne Verkehrsinsel für alle, die von den Feldern (aus Leinfelden) kommend auf der Hechinger Straße Richtung Möhringen Zentrum weiter wollen. Eine nette Aufmerksamkeit für Radfahrende! Gut auch, dass das Radwegschild auf dem Gehweg durch ein Rad-frei-Schild ersetzt worden ist. Das beendet eine absurde Situation.

Leider führt aber die Radfreigabe des Gehwegs auf der rechten Seite Richtung Fasanenhof gehörig in die Irre. Denn dieser  Gehweg führt an kein Ziel und verkümmert und versickert hinter der Kurve.

15. Mai 2018

Radfahrer anfordern - Hä?

Es gibt ein paar Stellen in Stuttgart, wo Radfahrende Drücker sehen, aber keine Ampeln. Damit kann man den querenden Autoverkehr stoppen. 

Er bekommt Rot. Das sieht man allerdings nur daran, dass die Autos unmotiviert anhalten. Man selber bekommt kein Signal. Dieser Drücker ist relativ neu und steht im Westen an der Forststraße, wo sie die Schwabstraße quert. Im Gegensatz zu anderen solcher Stellen sehr schön ist die Gehwegnase, auf der der Drücker steht. Es kann ihn also kein Auto zuparken. Grundsätzlich aber muss man mit solchen Dingern umgehen lernen. Und dieser hier hält eine besondere Überraschung bereit.

14. Mai 2018

Duftender Radstreifen

Eigentlich müsste das weg. Aber die Rosen, die hier in den Radstreifen Neckarstraße ragen, duften wunderbar. 

Die Zeit grünen Hindernisse auf den Radwegen und Radsteifen hat begonnen. Es wächst, was wachsen kann, gerne auch in die Radwege und Radsteifen hinein. Ihr alle kennt sicher einige Stellen, wo das so ist. Da hilft es, ein Foto machen und an die Stadt eine gelbe Karte schreiben, mit genauer Ortsangabe, wo das Grün zurückgeschnitten werden muss.

Die gelbe Karte ist das Kommunikationsmittel der Bürgerinnen und Bürger mit der Stadtverwaltung. Sie enthält auch einen Störungsmelder, über den man alles Mögliche melden kann, Glasscherben auf einem Radweg oder blöd gestellte Schilder, defekte Ampeln und so weiter.  

Aber wegen dieser duftenden Rosen mag ich keine Gelbe Karte schreiben. Und man kommt auch gerade noch so vorbei.


13. Mai 2018

Der Pedelec-Monitor

Blogleser Alexander betreibt den Pedelec-Monitor. Er sammelt Informationen über die Lebensdauer von Pedelecmotoren. Wie das geht, erklärt er hier in einem Gastbeitrag:  

Mit dem Streik der SSB am 12. April 2018 wurde in Stuttgart offiziell die Fahrrad-Saison 2018 eröffnet. Bei schönstem Wetter waren hunderte Radler, egal ob mit oder ohne Motor, in und um Stuttgart unterwegs.

Was sehr viele Autofahrer/innen am Rad-Pendeln hindert, ist neben dem inneren Schweinehund unter anderem die schwierige Topografie der Pendelstrecke. Eine Lösung kann ein Pedelec sein. Im Jahr 2017 wurden allein in Deutschland etwa 720.000 Stück verkauft - Wahnsinn! Doch wie soll man sich auf diesem mittlerweile unüberschaubaren Markt zurecht finden?

11. Mai 2018

Radfahrende und Fußgänger ganz vergessen - Baustelle Wolframstraße

Wenn die Planung der Bahn aus Zeiten stammt, als man Fahrräder auf Stuttgarter Straßen noch gar nicht kannte, dann fehlt bei der Umleitung die Fahrradinfrastruktur. 

Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass die Wolframstraße wegen der S-Bahn- und S21-Bauarbeiten für den Autoverkehr kompliziert wird, und das für sieben Jahre. Über den wohl reichlich unsensiblen Auftritt der Bahnvertreter im Bezirksbeirat Nord haben die Stuttgarter Zeitungen berichtet.

Ich finde, es ist ein gutes Zeichen, dass die Bezirksbeiräte auch vehement angemahnt haben, dass man die beiden Autospuren heute nicht mehr ohne Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer anlegen kann. Und die fehlt. Die muss jetzt nachgeplant werden. Auch wenn die Bahn den Kopf schüttelt. Die brauchen wir. Und wenn es letztlich nur geht, indem man eine Fußgänger- und Radlerbrücke übers Gleisfeld schlägt. Die Umleitungen sind unzumutbar.

10. Mai 2018

Lkw-Fahrer fährt Radfahrer offenbar absichtlich an - Zeug/innen gesucht

Am Montagabend hat ein Lastwagenfahrer sich in der Sophienstraße so über einen Radfahrer geärgert, dass er ihn zu Fall gebracht hat. 

Wie die Polizei meldet, fuhr der Radler auf  der Sophienstraße (unklar aus welcher Richtung) zur  Tübinger Straße beim Gerber gegen 17 Uhr 10 rechts an die LkW vorbei nach vorn. Nach Ansicht des LkW-Fahrers berührte er dabei den Außenspiegel. Das erboste den Fahrer so, dass er dem Radler folgte und ihm nach Einschätzung des Radlers absichtlich gegen das Hinterrad fuhr. Der 53-jährige Radfahrer stürzte und wurde dabei leicht verletzt. Danach kam es zu einer Streiterei auf der Fahrbahn, bei der, so die Polizei, "das Fahrrad erneuten Schaden erlitt".

9. Mai 2018

Auf zum Frühlingsfest - aber nicht mit dem Fahrrad

Wer am vergangenen sonnigen Wochenende doch mit dem Fahrrad kam, sah sich einem Problem gegenüber: Wo die Räder abstellen? 

Für Leute, die mit dem Auto oder mit Öffentlichen kommen, ist alles aufs Feinste geregelt. Für Radfahrende nicht. Aber die sind ja findig, sie sind es gewöhnt, dass neben ein paar wenigen irgendwo hingeklemmten Radbügeln für sie im Großen und Ganzen nur Schildermasten und Geländer übrig bleiben.

7. Mai 2018

Ganz tief Seufz!!!!

So kommt nun bestimmt kein Radfahrer mehr auf die Aufstellfläche an der Radlerampel in der Kolbstraße Richtung Tübinger Straße. 

Die Bakenschiene mit den Baken ist neu. Das Auto parkt vor der Grundstücksein- und Ausfahrt so, dass es die Zufahrt zum Radstreifen total blockiert. Die Baken sollen eigentlich verhindern, dass sich Autos auf den Radststreifen stellen, was oft passiert.
Aber leider verhindert nun die erhöhte Bakenschiene, dass Radfahrer noch reinkommen,

6. Mai 2018

Abschleppen für Radfahrer - in Köln geht das

Zu Beginn der Sommerferien hat Köln auf den Ringen Autos abschleppen lassen, die im Halteverbot standen.

Der Hintergrund. Weil die Radwege auf den Gehwegen für den Radverkehr zu eng geworden sind, hat man die Benutzungspflicht aufgehoben. Radfahrende können und sollen jetzt auch auf der Fahrbahn fahren. Zu diesem Zweck aber muss die rechte von zwei Fahrspuren frei blieben. Das kümmert aber die Parkplatzsuchenden nicht. Innerhalb einer Stunde wurden auf 500 Metern 25 Autos abgeschleppt. Das berichtet der WDR in seinem Beitrag, der bis zum 11.5. in der Mediathek stand.

Solange Autos auf dem Fahrstreifen für Radfahrende stehen, müssen Radler ständig um sie herumkurven, und dabei hat es, laut Angaben der Kölner Polizei, ständig  Zusammenstöße von Radfahrendenden mit Autos gegeben. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger.


5. Mai 2018

Oje, diese Kreuzung funktioniert ja gar nicht

Die Kreuzung Paulinenstraße mit der Marien- und Reinsburgstraße ist richtig kompliziert. Allerdings nicht für Leute, die mit dem Auto fahren, sondern nur für die, die mit dem Fahrrad kommen.

Für Autos ist sämtliches Fahren und Abbiegen ordentlich geregelt, einschließlich einer Geradeaussperre in die Marienstraße Richtung Gerber. Für Radfahrende mit Kinderanhänger oder Lastenradradler wird diese Sperre zum Hindernis, denn die Lücke ist verdammt eng.

Sie sehen sich außerdem einer hochkomplexen Radinfrastruktur gegenüber, die auch noch Überraschungen bereithält. Das führt zu reichlich regelwidrigem Verhalten. Fußgänger/innen halten sich übrigens auch nicht an die Regeln. Und Autofahrende missachten sie absichtlich.  

3. Mai 2018

Wenn Radfahren Nicht-Radlern lebensgefährlich erscheint ...


... dann läuft was falsch. Eine Verkehrswissenschaftlerin der Uni Westminster hat Radfahrende protokollieren lassen, was sie täglich auf den Straßen erleben. 

Das Ergebnis hat selbst routinierte Straßenradler/innen erstaunt bis erschreckt. Denn viele gefährliche Situationen nimmt man nicht mehr wahr, wenn man täglich unterwegs ist: Man antizipiert die aufgehende Fahrertür bei einem geparkten Auto, das Auto, das auf dem Radweg steht oder gleich drauf fährt, den Rotlichtverstoß eines Autofahrers und das schnelle Abbiegen, ohne auf Radler zu achten. Diese Vorfälle werden zu einem kalkulierbaren Risiko, das wir Menschen sehr oft nicht mehr als Risiko empfinden. Für Radler/innen, die keine Übung haben, sind solche Erfahrungen jedoch so stressig, dass sie das Radfahren gleich wieder lassen. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 2.586 Radlerinnen und Radlern, über die die Zeit.online berichtet.

1. Mai 2018

Das Fahrrad in den Urlaub mitnehmen

Das ist leichter als man denkt, erläutert Blogleser Philipp, der einen Blog und eine Testseite für Fahrradträger betreibt, in seinem Gastbeitrag. Und es hat Vorteile.  Hier sein Beitrag: 

Nicht nur im Alltag ist das Fahrrad ein ständiger Begleiter für viele Menschen. Auch im Urlaub wird der alte Drahtesel immer beliebter. Die Gründe für das Fahrradfahren im Urlaub können hierfür vielseitig sein. Oberbegriffe sind aber sicherlich die Umwelt sowie die Gesundheit.

Radfahren im Urlaub hat viele Vorteile. Zum Beispiel erhält man mit dem Rad die Möglichkeit, auch die entlegenen Orte in einem Urlaubsort zu erkunden. Während es mit dem Auto nur möglich ist, zu den alltäglichen Orten zu gelangen, kann man mit dem Rad oftmals Stellen zu entdecken, die man ansonsten niemals hätte finden können. Im Gegensatz zum Wandern birgt dies einen zusätzlichen Vorteil, denn es ist um einiges schneller möglich, das Urlaubsziel zu erkunden als zu Fuß.

30. April 2018

Nett


In der Fahrradstaße Tübingerstraße hat sich wieder etwas verändert. Wir müssen jetzt Richtung Marienplatz nicht mehr die schmale Holpderspur am Bordstein entlang fahren. 

Wir können bequem geradeaus radeln. Den vom Marienplatz kommenden Autofahrenden zeigt der rote Asphalt, wo die Radler/innen fahren. Das wirkt nett und entspannt und ist es auch. Und es scheint auch so zu sein, dass sich Autofahrende hier nicht mehr als bisher eingeladen fühlen, geradeaus gegen die Einbahnstraße weiterzufahren. Sehr schön. Eines Tages kommen dann vielleicht auch die Baken zugunsten einer schönen baulichen Maßnahme weg.

29. April 2018

Wenn wir die erste Fahrradbürgermeisterin haben ...

... dann sind wir angekommen in einer Politik der Verkehrswende. Das zumindest findet eine Neu-Berlinerin, die aus Amsterdam stammt.

Floris Beemster schreibt in Causa.Tagesspiegel, dass sie, als sie aus Amsterdam nach Berlin kam, gleich merkte: Das Auto ist der absolute Herrscher im Verkehr. "Es gibt so ein komisches Verhalten im Verkehr und eine von Machismo geprägte Hierarchie. Für Radfahrer gibt es wenig Platz, sie werden oft beschimpft und selten geschützt. Über Fußgänger wird überhaupt nicht geredet."